Verlangen nach Erfüllung

Jeder Mensch streckt sich jeden Tag nach Dingen aus, die er für wichtig hält. Manche streben nach Erfolg beim Studium, andere wollen genug Geld verdienen, um für sich und die Familie sorgen zu können. Einige investieren viel Zeit und Energie, um die Wissenschaft voranzubringen, oder wollen sich für das Wohl der Gesellschaft auf anderen Gebieten einsetzen. Das sind alles gute Dinge, doch was ist ihr letztendlicher Sinn? Obwohl die Menschen davon ausgefüllt sein können und Zeiten der Freude daran erleben, können diese Dinge weder völlige Erfüllung noch Sicherheit bieten. Ein Erdbeben kann in einem Augenblick alles, was ein Mensch in vielen Jahren aufbaute, zerstören. Der Tod eines geliebten Menschen kann jemanden in Depressionen stürzen. Es gibt unzählige Fälle, in denen der Mensch mit der Endlichkeit seines Lebens und der irdischen Dinge konfrontiert wird.

Manche meinen, Unterhaltung, Belustigung und Vergnügen wären der eigentliche Sinn im Leben, doch jeder ehrliche Mensch erkennt, dass dieses Denken und der daraus resultierende Lebensstil ins Leere und zum Verlust der wirklichen Werte im Leben führt. Diese Ideologie bietet den besten Nährboden für Lasterhaftigkeit, Zügellosigkeit und Aggressivität. Dies ist mit Sicherheit ein Irrweg.

Jedermann besäße gern einen festen Grund, auf dem er jederzeit den richtigen Halt fände. Welcher kann das sein? Jesus Christus sagt: „Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motten und Rost fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen …“. Auch wenn jemand diesen Jesus nicht als Gottes Sohn betrachten kann, kann er doch sehen, dass dieses Wort sehr gut zur Wirklichkeit passt. Wie viele Menschen, die immens reich und obendrein noch berühmt waren, begingen Selbstmord? Wie viele setzten ihre Hoffnung auf andere Menschen und wurden zu Wracks, nachdem sie von jenen bitter enttäuscht wurden? Was überhaupt kann der Mensch in dieser Welt finden, das ihm völlige Sicherheit geben könnte? Wer kann befriedigende, gute Antworten auf die größten Fragen der Menschheit geben? Jesus setzt seine Aussage fort: „… sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. … Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere dazugegeben werden.“ (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 6, Verse 19-34)

Jeder Mensch hat einen gewissen Wunsch, das Ziel seines Lebens, Freude und Liebe zu finden. Wenn auch viele dies zu verdrängen suchen, scheint die Menschheit doch Erfüllung zu suchen. Die, die ihr Ziel nicht finden, versinken in sich selbst. Somit ist das Verlangen nach Fülle ein natürliches menschliches Bedürfnis, welches aber logischer – und praktischerweise unmöglich zu finden wäre, wenn es nicht etwas oder jemand gäbe, das oder der diese Fülle in sich selbst besitzt. Da, so weit wir wissen, der Mensch das Wesen mit dem höchsten Entwicklungsgrad im Kosmos ist, können wir von vornherein eine Erfüllung durch materielle Dinge ausschließen, da diese geringeren Niveaus sind. Natürlich können wir an anderen Menschen oder auch an Dingen Freude finden. Diese Freude kann von ihrem Wesen her aber nur provisorisch und nicht umfassend sein, denn selbst Menschen können mir diese letztendliche Fülle nicht geben, da sie auf gleicher Stufe wie ich stehen und mit den gleichen Nöten kämpfen wie ich. Jedes Suchen nach dauerhafter Erfüllung in diesen materiellen Dingen oder Menschen ist ein fataler Selbstbetrug. Dagegen ist die Existenz eines absoluten Wesens, welches alle Bedürfnisse des Menschen zu erfüllen vermag, eine grundsätzliche Notwendigkeit für das Leben.