Wer sind wir?

Wir sind Freunde und stellten uns aus unterschiedlichen Hintergründen heraus und in verschiedensten Lebenssituationen die Frage nach Gott.

Manche von uns waren Atheisten. Andere wurden zwar religiös erzogen, hatten aber zu Gott keine Beziehung. Einige wiederum suchten schon intensiv nach Gott, verstanden bereits vieles und setzten es in ihrem Leben um.

Als wir anfingen, uns tiefer mit der Frage nach Gott auseinanderzusetzen, bemerkten wir, dass diese Frage nicht Gegenstand abgehobener Philosophie ist und auch nichts mit einem gefühlsbetonten starken Frömmigkeitserlebnis zu tun hat, sondern ganz direkt unser alltägliches Leben betrifft.

Wir stellten fest, dass Gott ganz anders ist, als es viele weitverbreitete Vorstellungen über ihn sagen und als das, was von ihm in den „Kirchen“ üblicherweise vermittelt wird.

Wir haben erfahren, dass Gott keine anonyme Größe irgendwo fern von uns ist, sondern unser Inneres genau kennt und uns die tiefe Erfüllung, nach der wir suchen, schenken möchte.

So hat uns die Frage nach Gott zur umfassenden Auseinandersetzung mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und mit dem Sinn des Daseins geführt.

Dadurch, dass wir uns entschieden, nach Gottes Willen zu leben, veränderten sich grundsätzlich die Prioritäten in unserem Leben. Gott wurde zum Inhalt unseres Lebens. Durch die Beziehung zu ihm verstanden wir, was wirkliche Liebe bedeutet. Diese Liebe wollen wir in unserem Leben gemeinsam verwirklichen. So ist der Glaube für uns eine Wirklichkeit, die alle Bereiche unseres Lebens erfüllt, und nicht Pflege übernommener Traditionen.

Wir sind eine zahlenmäßig kleine Gemeinschaft von Menschen aus verschiedensten Hintergründen und unterschiedlichsten Berufen. Die Tatsache, dass wir uns Gott gegenüber verpflichtet wissen und die Ehrlichkeit zueinander bilden die notwendige Grundlage für tiefe Beziehungen und Vertrauen unter uns. So können wir einander als verschiedene Persönlichkeiten ergänzen und verstehen.

Weil wir an Jesus besonders deutlich gesehen haben, wer Gott eigentlich ist, und was es heißt, an ihn zu glauben, möchten wir von ihm lernen und seinem Beispiel folgen. Jesus war bemüht, allen Menschen Gott näher zu bringen. Er deckte auf, was schlecht ist und den Menschen von Gott trennt. Jesus will uns dazu helfen, wirklich gut zu leben, indem wir auf das hören, was Gott uns sagt und uns von unserem Egoismus abwenden. Jesus gab uns ein Beispiel der Liebe und zeigte uns den Weg, wie man sie leben kann. Diese Liebe bedeutet auf keinen Fall, dass irgendjemand bevorzugt werden soll, sondern sie ruft Menschen unabhängig von Alter und sozialer Stellung. Nach Jesu Vorbild wollen wir unser Leben mit allen teilen, die mit Gott leben wollen.

Wir sind Christen und wollen in unserem Leben umsetzen, was wir in der Bibel lesen. Dabei orientieren wir uns an dem Vorbild der ersten Christen. Wir gehören keiner Konfession oder sonstigen Organisation an. Wir sind zusammen, weil jeder Einzelne von uns Jesus folgen will, und nicht, weil wir durch irgendwelche Vereinsstatuten dazu verpflichtet werden.

Daher bilden wir keine Gemeinschaft im rechtlichen Sinne und möchten auch nicht zu irgendeiner Organisation werden, d. h. Leiter wählen, ein eigenes Dogmensystem ausarbeiten, uns einen Namen geben, …

Wir wollen einfach nur Christen sein, Brüder und Schwestern, die Gott als gemeinsamen Vater und Jesus als gemeinsamen Herrn verehren.

Wir lehnen hierarchische Strukturen ab, da sie im klaren Widerspruch zum Wort Gottes und zur Liebe stehen. Ein Leben nach Gottes Willen kann nicht das Ergebnis menschlicher Befehlsstrukturen sein. Wir folgen daher weder neuzeitlichen Propheten, noch irgendwelchen geistigen Führern (Gurus, o.ä.). Wir sind davon überzeugt, dass, ein Leben in der Wahrheit nur durch die ehrliche Suche nach Gott möglich ist, wenn man das, was man erkannt hat, im Leben umsetzt, ohne faule Kompromisse einzugehen.

Wir verstehen uns als Gemeinschaft im biblischen Sinne. Wir wollen weder, dass uns zu Gewohnheiten versteifte Formen ohne Inhalt, noch irgendeine falsche menschliche Abhängigkeit zusammenhalten. Die Grundlage unserer Gemeinschaft ist allein die aus der inneren Überzeugung kommende Hingabe.

So wie die ersten Christen beschäftigen auch wir uns mit dem Wort Gottes, beten und singen zusammen. Es ist uns wichtig, die Beziehungen untereinander auch in persönlichen Gesprächen zu vertiefen. Wenn wir uns treffen, kommen wir nicht zusammen, um gemeinsam an einer Veranstaltung teilzunehmen, sondern denken miteinander darüber nach, was in der gegebenen Situation aus Gottes Sicht wichtig ist. So wählen wir beispielsweise die Themen unserer biblischen Gespräche zusammen aus. Bei den gemeinsamen Gesprächen hat jeder die Möglichkeit, seine Fragen zu stellen und seine Gedanken zu sagen. So soll jeder aktiv und seinen Fähigkeiten entsprechend mit Freude an der Gemeinschaft Anteil nehmen können. Wir sehen im Neuen Testament kein Beispiel dafür, dass Gottesdienst eine religiöse Zeremonie, ein Vortrag oder ein Programm wäre, das ein paar Stunden lang dauert. Vielmehr soll unser gesamtes Leben von Gott geprägt sein und in seinem Dienst stehen.

Weil jeder von uns nicht mehr seine eigenen Ideenwelten und Gedankengebäude im Zentrum hat, sondern nach dem sucht, was Wahrheit ist, konnten wir zu einem gemeinsamen Verständnis von Gott gelangen. Antworten auf unsere Fragen konnten wir durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Bibel finden. Gott ist uns dadurch näher und verständlicher und sein Wille greifbarer für uns geworden. Deshalb wollen wir uns an dem orientieren, was Gott, für alle erkennbar, in der Bibel geoffenbart hat.

Wir sehen die Bibel als einzige Grundlage für die christliche Lehre. Darum kommen wir jeden Tag zusammen, um gemeinsam über das Wort Gottes nachzudenken. Wir wollen die Bibel als Autorität für Glauben und Leben ernst nehmen, sie aber auch in ihrem geschichtlichen und literarischen Umfeld erfassen. Wir möchten gründlich nachdenken, um sie richtig zu verstehen, und um Fehler in der Auslegung zu vermeiden. Wir sind keine Fundamentalisten und denken nicht, dass man alles in der Bibel wortwörtlich verstehen kann. Jedoch sehen wir auch ein liberales Verständnis der Bibel als falsch an, bei dem man eher davon ausgeht, dass geschilderte Ereignisse nicht so gewesen sind, wie sie beschrieben werden, und man vieles gleichnishaft oder allegorisch interpretiert. Wir sehen die Bibel als grundsätzlich glaubwürdige Quelle an.

Da Gottes Wirken auch in der Geschichte erkennbar ist, befassen wir uns auch mit den Zusammenhängen und Werten der Literatur und Philosophie. Wir interessieren uns für alles, wodurch wir den Menschen, die Gesellschaft, die Natur – die ganze geschaffene Welt und deren Schöpfer – tiefer kennen lernen können. Wir schätzen die Ergebnisse der Wissenschaft und verurteilen es, wenn jemand aus religiösem Selbstzweck die Wissenschaft missbraucht und entstellt.

Wir sind keine Bibelfanatiker sehen aber, dass eine gründliche Kenntnis der Bibel wichtig ist. Uns geht es darum, Gott richtig zu verstehen, so wie er wirklich ist. Wir wollen nach dem leben, was er uns zeigt und in tiefer Beziehung zu ihm stehen. Wir haben verstanden, dass der Mensch unabhängig von Zeiten und Umständen sein Ziel im Gehorsam Gott gegenüber finden und so wahre Freiheit erleben kann.